Amerikanisch-Kanadischer Automobil Kongress
Wolfsburg, 5. Oktober 2010. Welche Chancen bieten sich europäischen OEMs und Zulieferunternehmen in den USA und Kanada? Führt das wachsende Interesse an nachhaltiger Mobilität auf dem nordamerikanischen Automobilmarkt zu neuen Perspektiven? Diese zentralen Fragen beschäftigten die über 130 Teilnehmer auf dem Amerikanisch-Kanadischen Automobil Kongress, der am 5. Oktober in Wolfsburg stattfand. Das Veranstaltungsprogramm spannte den Bogen von den Herausforderungen der Automobilwirtschaft über Perspektiven nachhaltiger Automobiltechnik bis hin zu Best-Practice-Beispielen und trug zum besseren Verständnis eines der weltweit führenden Kraftfahrzeugmärkte bei. Der von der Wolfsburg AG und der Volkswagen AG gemeinsam ausgerichtete Kongress fand im Rahmen der 6. Internationalen Zuliefererbörse statt und warf ein erstes Schlaglicht auf die beiden diesjährigen IZB-Partnerländer USA und Kanada.
„Der Amerikanisch-Kanadische Automobil Kongress bot Teilnehmern, die sich mit ihren Unternehmen auf dem nordamerikanischen Markt engagieren wollen oder bilaterale Partnerschaften anstreben, neben theoretischen Denkanstößen und praktischer Hilfestellung eine ideale Informations- und Kommunikationsplattform. Einerseits für die strategische Bewertung des nordamerikanischen Kraftfahrzeugmarktes, andererseits um vor Ort transatlantische Geschäftsbeziehungen zu knüpfen und zu vertiefen“, zog Prof. Dr. Bernd Wilhelm, IZB-Sonderbeauftragter der Volkswagen AG am Abend ein positives Resümee.
Zu Beginn des Kongresses unterstrich Wolfsburgs Oberbürgermeister Prof. Rolf Schnellecke in seinem Grußwort die Bedeutung des Veranstaltungsortes und der umliegenden Region als internationales Innovationszentrum für Mobilität.
Strategien für den Erfolg im nordamerikanischen Automobilmarkt
Jonathan Browning, der neue President & CEO der Volkswagen Group of America, ging im Rahmen seines Vortrags zur „Strategischen Positionsbestimmung“ auf die Chancen und Herausforderungen in Nordamerika ein und stellte den nordamerikanischen Markt als Standort der Automobilindustrie vor. „Die Stärkung der Marktposition des Volkswagen Konzerns in Nordamerika ist ein wesentlicher Baustein unserer weltweiten Wachstumsstrategie“, sagte Browning. Er verwies auch auf die bevorstehende Aufnahme der Fahrzeugproduktion in Chattanooga/Tennessee und das Vorhaben, ein neues Motorenwerk in Mexiko zu bauen. Zur Realisierung der ehrgeizigen Absatzziele in den USA investiere der Konzern rund vier Milliarden Dollar. Damit schaffe Volkswagen Perspektiven, von denen sowohl der Konzern als auch die nordamerikanische Zulieferindustrie profitieren können.
Die nordamerikanische Zulieferindustrie stabilisiere sich weiter, so Glenn Stevens, Vize-Präsident der Original Equipment Suppliers Association (OESA). Das langsame Beschäftigungswachstum und weitere grundlegende Wirtschaftsindikatoren in den USA hemmen zurzeit noch einen starken Absatz bei Autoverkäufen. Die Produktion von Fahrzeugen in Nordamerika werde in den nächsten Jahren steigen, sagte Stevens, obgleich die Steigerung etwas langsamer als erwartet erfolgen wird. Die breite Basis der Lieferanten werde weiterhin von Rationalisierung und Konsolidierung geprägt sein. Bei den nordamerikanischen OE-Zulieferern stelle sich jedoch mittlerweile ein vorsichtiger Optimismus ein.
Nachdem der Kongress den 130 Automotive-Experten aus dem In-und Ausland ein umfassendes Bild der automobilen Wertschöpfungskette in den USA und Kanada vermittelt hatte, beschäftigte er sich unter der Überschrift „Herausforderungen an die Automobilwirtschaft“ mit den Perspektiven nachhaltiger Automobiltechnik, Lieferantenpartnerschaften und Qualitätsstandards sowie Arbeitnehmer-Fragen.
Intensivierung deutsch-amerikanischer Wirtschaftsbeziehungen
Am Nachmittag berichteten hochrangige Vertreter führender nordamerikanischer und deutscher Zulieferunternehmen über die Chancen und Risiken wechselseitiger Partnerschaften in einem sich wandelnden Automobilmarkt. Dabei verwies Linda Hasenfratz, Chief Executive Officer der Linamar Corporation Inc., Kanadas zweitgrößtem Automobilteile-Hersteller, auf die weltweit wachsende Bedeutung von Umwelt-Technologien. „Der Markt will Produkte, die weniger Emissionen verursachen, kraftstoffeffizienter oder in anderer Weise umweltfreundlich sind“, sagte Hasenfratz. „Wir müssen uns ganz klar auf diese Produkte konzentrieren, um unser Wachstum weiter voranzutreiben.“
In diesem Sinne plädierte Dr. Jürgen Friedrich, Geschäftsführer des Kongress-Kooperationspartners Germany Trade & Invest, für eine weitere Intensivierung der Deutsch-Amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen: „Die aktuellen Herausforderungen an die Automobilindustrie schaffen eine Vielzahl neuer Chancen für etablierte und neue Akteure“. Dabei hob Friedrich vor allem die Vorteile des deutschen Automobilmarktes für nordamerikanische Investoren hervor: Deutschland habe sich auf allen Stufen der automobilen Wertschöpfungskette zum präferierten Standort für einen Markteinstieg in Europa entwickelt. In diesem Kontext berichteten der Geschäftsführer der AHK USA-Süd, Kristian Wolf, und der Leitende Beauftragte der Kanadischen Botschaft für Investitionen, Detlef Engler, über Infrastruktur, Investitionsanreize und Risiken der nordamerikanischen Automobilwirtschaft sowie über Markteinstiegsmöglichkeiten für deutsche Zulieferunternehmen und setzten damit einen informativen Schlusspunkt unter den Amerikanisch Kanadischen Automobil Kongress.
- Dateien:
-
PM_AKAKongress_Fazit_101005_01
Ansprechpartner

Kommunikation, Marketing und Stabsfunktionen | Stellv. Pressesprecherin
Major-Hirst-Straße 11
38442 Wolfsburg















