Rückblick IZB 2018

Drei Messetage, 838 Aussteller aus 34 Nationen, 38 Weltpremieren und gut 50.000 Besucher: Mit dieser Bilanz schloss die 10. Internationale Zuliefererbörse (IZB) in Wolfsburg. Sie vermittelte ein umfassendes Bild der sich im Umbruch befindenden automobilen Wertschöpfungskette. Der Schwerpunkt „Think Digital“ auf Europas Leitmesse der Automobilzulieferindustrie stellte digitale Lösungen und Schnittstellen für Produkte, Produktion und Prozesse der Branche in den Mittelpunkt. „Vernetzung, autonomes Fahren, Elektromobilität und Künstliche Intelligenz, das sind die Themen, die aktuell den Puls der Branche bestimmen. Die IZB bot eine herausragende Plattform für den Blick in die Zukunft der Mobilität und die dafür benötigten Komponenten“, zeigte sich Thomas Krause, Vorstand des IZB-Veranstalters Wolfsburg AG, zufrieden. Er verkündete das Datum der 11. IZB: Sie findet vom 6. bis 8. Oktober 2020 in Wolfsburg statt.

Wie ein roter Faden zog sich die Digitalisierung durch die sieben Ausstellungshallen. Mehr als die Hälfte der Aussteller rückte das facettenreiche Themenspektrum der vernetzten Mobilität ins Zentrum ihres Messeauftritts. Sie zeigten, wie sie bisher Gewohntes neu denken und innovative Lösungen zu ganzheitlich neuen Anwendungen verknüpfen. Bereits hier wurde deutlich, wie sich Automobile vom Fortbewegungsmittel zum mobilen Datencenter wandeln, sodass sich Wertschöpfungsanteile im und rund um das Auto immer stärker hin zu den softwarebasierten Services verschieben. Das schafft neue Perspektiven für aktuelle, aber auch neue, bislang branchenfremde Akteure im Markt.

In diesem Jahr präsentierten erneut die weltweit umsatzstärksten Automobilzulieferer ihre Innovationen auf der IZB und unterstrichen damit einmal mehr die Bedeutung der Messe in der internationalen Fachwelt. Mit Bosch, Continental, Denso, ZF und Magna waren die „Big Five“ der Zulieferindustrie vollzählig vor Ort. „Wir haben hier die einmalige Möglichkeit, direkt vor den Toren VWs unser Portfolio, unsere Systeme, unsere Technologie präsentieren zu können“, zeigte sich Dieter Narres, Technical Key Account Manager der ZF Friedrichshafen AG, von der Messe begeistert. „Die IZB ist darüber hinaus auch deshalb so interessant, weil wir wiederum viele unserer Lieferanten hier auf der Messe sehen. Das ist eine einmalige Konstellation, die es sonst nirgendwo gibt“.

Softwarehersteller positionieren sich

Darüber hinaus nutzten namhafte Unternehmen der Consumer Electronic, IT-Spezialisten und Softwareentwickler die optimalen Voraussetzungen der Messe für ein effizientes und erfolgreiches Netzwerken. Erstmalig war der weltweit größte Softwarehersteller Microsoft auf der IZB präsent. „Wir werden gemeinsam mit Volkswagen Dienste für das vernetzte Fahrzeug, wie beispielsweise Telematik-Dienste für eine vorausschauende Wartung oder fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme, aber auch Kommunikationsdienste für Fahrer und Passagiere entwickeln“, sagte Microsoft Global Technology Advisor Bernd Kracke. „Insofern haben wir den Anspruch, uns hier auf der IZB als einer der großen Partner der Automobilindustrie zu präsentieren. Zum einen haben wir über unsere Vereinbarungen mit Volkswagen informiert, aber auch über weitere Lösungen aus dem Hause Microsoft. Wir sind mittlerweile sehr breit aufgestellt: Das beginnt beim modernen Arbeitsplatz, wo wir üblicherweise gesehen werden, über Lösungen für das optimierte Rechenzentrum hin zu einer cloudbasierten Plattform für die intelligente Produktion und Logistik“.

Neben den Marktführern setzten auch kleine und mittelständische Unternehmen sowie eine zunehmende Zahl von Start-ups neue Impulse für die Branche. So präsentierte die vr-on GmbH, der Gewinner des diesjährigen Innovationspreises-IT der Initiative Mittelstand, eine Kollaborationssoftware, die Virtual-Reality-Konferenzen mit gängigen VR-Brillen ermöglicht. Dr. Ralf Rabätje, Geschäftsführer des 2016 gegründeten Unternehmens, erklärte: „Man trifft sich in einer virtuellen Welt, wobei die Teilnehmer nicht am selben Standort sein müssen, und kann das Produkt, über das man spricht dreidimensional erleben, als wäre es real. Für uns, die wir zum ersten Mal an der IZB teilnehmen, war erst einmal wichtig zu wissen: Wie ist der Bedarf bei den Zulieferern, um dann längerfristig Projekte mit den Kunden zu entwickeln“.

Internationalität der IZB nimmt zu

Hinsichtlich Ausstellerzahlen und Internationalität hat die IZB in diesem Jahr noch einmal zulegt. 838 Unternehmen aus 34 Nationen machten das Messegelände im Wolfsburger Allerpark zum Schaufenster der Innovationskraft und technologischen Kompetenz der Zulieferindustrie. Etwa 300 Firmen stellten erstmals auf der IZB aus. Davon kamen rund 50 Prozent aus dem Ausland.

Mit 45 Unternehmen war Spanien nach Deutschland eine der am stärksten vertretenen Nationen. Der spanische Verband der Automobilzulieferer SERNAUTO stand als Ansprechpartner zur Verfügung. Hier ließen sich direkt und unkompliziert B2B Kontakte zu den assoziierten Unternehmen, die über 80 Prozent des spanischen Branchenumsatzes machen, herstellen. "Präsenz auf der IZB ist für uns im Rahmen internationaler Messetermine Pflicht. Hier trifft man ausländische und einheimische OEMs, vernetzt sich mit anderen Akteuren aus der Branche und erhält neueste Marktinformationen. Was diese Messe für uns so attraktiv macht, ist der effiziente Zugang zum und die Interaktion mit dem lokalen Markt.  Sowie die Chance auf gewinnbringende Partnerschaften für unsere Unternehmen. Angesichts der großen Anzahl an Key Buyern und Entscheidungsträgern unter den Fachbesuchern bietet die IZB eine hervorragende Gelegenheit zum Knüpfen neuer Geschäftskontakter in den Wirtschaftsbranchen und die Möglichkeit, die Marktpräsenz zu erhöhen", sagte Begoña Llamazares Vega, Leiterin Marktsegment bei SERNAUTO. "SERNAUTO hat diese Messe zum Anlass für den Start seiner neuen digitalen Plattform "Autoparts from Spain” genommen. Die Plattform gehört zu einem ambitionierten Projekt, bei dem das Produktangebot aus Spanien und die Exportkapazitäten von Herstellern von Ausrüstungen und Fahrzeugkomponenten 'made in Spain' beworben werden sollen."

Leichtbau bleibt gewichtiges Thema

Angesichts der Herausforderung zukünftig notwendiger CO2-Emmissionsreduzierung stießen intelligente und nachhaltige Leichtbaukonzepte auf ein besonderes Interesse beim Fachpublikum. Die Megatech Industries AG zeigte u.a. anhand eines um 18 Prozent gewichtsreduzierten Kunststoff-Türträgers neue Leichtbau-Ansätze auf der Basis bionischer Strukturen. „Die IZB bietet eine gute Gelegenheit um die Firma Megatech, unsere Produkte und unsere Kernkompetenz Interieur zu präsentieren. Zahlreiche interessante Gespräche mit aktuellen und potenziellen Kunden sowie Lieferanten deuten schon jetzt auf einen vollen Messerfolg hin. Unsere Innovation im Bereich der bionischen Strukturen für Türseitenverkleidungen und unsere Ansätze im Bereich der Mittelkonsolen sind sehr gefragt“, zeigte sich Michael Gahr, Key Account Manager bei Megatech, sehr zufrieden mit dem Messeverlauf.

Mit nachhaltigem Biohybrid-Leichtbau und biogenem Verbundmaterial beschäftigt sich das Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI in Braunschweig. Mit dem „BioHybridCar“, einem Porsche Cayman GT4, präsentierte das Institut den Einsatz von Hochleistungs- und Naturfasern im Karosseriebau. Für Interieur-Anwendungen zeigte das WKI ein veganes, biobasiertes Leder sowie einen keim- und wasserabweisend beschichteten Holzschaum für die Ummantelung von Innenraum-Bauteilen. Das Institut ist eines von 30 Ausstellern aus der Region Braunschweig-Wolfsburg, genauso wie die Schnellecke Group AG & Co. KG. Das Wolfsburger Unternehmen ist seit dem Jahr 2001 auf jeder IZB dabei. „Wir fühlen uns hier sehr wohl. Als Wolfsburger Unternehmen können wir hier unsere Kompetenzen vor Ort vorstellen. Insbesondere als Logistik-Dienstleister für die Automobilindustrie, der die ganze Supply Chain beherrscht und digitale Technologien in seine Prozesse integriert“, erklärte Cersten Hellmich, Konzernbereichsleiter Kommunikation und Marketing. Das Unternehmen stellte in diesem Jahr das Leitsteuerungssystem „Transport Control“ vor. Das „derzeit weltweit einmalige System“ ermöglicht es, herstellerunabhängig fahrerlose Transportsysteme (FTS), Stapler oder Regalbediengeräte zu steuern. „Das Interesse ist vorhanden. Es ist ständig Bewegung auf dem Stand“, ergänzte Hellmich.

Aussteller präsentierten sich als Arbeitgeber

Längst schon Tradition geworden ist die Jobbörse am dritten und letzten Messetag. Die besondere Gelegenheit, in direkten Kontakt mit den Personalverantwortlichen der ausstellenden Unternehmen zu treten, um sich über individuelle Einstiegs-, Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren, nutzten bei freiem Eintritt viele Schüler, Studenten und Jung-Akademiker. Parallel bot die Wolfsburg AG ihren bewährten kostenlosen Bewerbungsmappen Check an. Die JobWall in Halle 1 zeigte auch dieses Mal wieder zahlreiche Stellenangebote.

Der Termin für die nächste Internationale Zuliefererbörse steht übrigens schon fest und gehört in jeden Terminkalender. Die 11. IZB findet vom 6. bis zum 8. Oktober 2020 in Wolfsburg statt.