16.10.2014 | Presse

8. Internationale Zuliefererbörse (IZB)

Leitmesse der europäischen Automobilzulieferindustrie zieht durchweg positive Bilanz.Über 90 Prozent der Aussteller hochzufrieden. Rund 51.000 Fachbesucher auf der IZB. Anhaltend wachsende Internationalität der Messe. Anzahl der Weltpremieren so hoch wie nie zuvor.

Mehr Aussteller, mehr Internationalität, mehr Weltpremieren: die Internationale Zuliefererbörse ist weiterhin auf Wachstumskurs. Über 800 zufriedene Aussteller aus 29 Nationen trugen mit insgesamt 30 Weltneuheiten dazu bei, dass auch die 8. Internationale Zuliefererbörse ihrem Anspruch, Europas Leitmesse der Branche zu sein, erneut gerecht wurde. Nicht nur auf den 36.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche im Wolfsburger Allerpark, auch auf den messebegleitenden erstklassig besetzten Foren, Fachveranstaltungen und Kongressen vermittelte die IZB 2014 an den vergangenen drei Tagen ein umfassendes Bild der automobilen Wertschöpfungskette und bot den rund 51.000 Besuchern aus dem In- und Ausland optimale Voraussetzungen für ein effizientes und erfolgreiches Netzwerken.

„Die uneingeschränkt gute bis sehr gute Resonanz von Ausstellern und Fachpublikum zeigt uns, dass wir offensichtlich vieles richtig gemacht haben. Über 90 Prozent der Aussteller zeigten sich mit dem Verlauf der Messe, insbesondere mit den Möglichkeiten zur Kontaktanbahnung, zufrieden oder sehr zufrieden“, zog Julius von Ingelheim, Vorstandssprecher der Wolfsburg AG, zum Messeschluss ein durchweg positives Resümee. „Dazu trug auch die neue Laufzeit der Messe bei, die auf Wunsch der Aussteller erstmals von Dienstag bis Donnerstag stattfand“.

Rund 51.000 Besucher aus aller Welt, darunter ein hoher Anteil an Entscheidern von Fahrzeugherstellern und Zulieferunternehmen, waren nach Wolfsburg gekommen, um sich hier einen Überblick über die neuesten Trends und Entwicklungen der Branche zu verschaffen. „Die IZB hat sich als ideale Kommunikations- und Businessplattform etabliert, auf der zuverlässig informiert, zukunftsweisend diskutiert und nachhaltiges Networking betrieben wird“, sagte Stephan Böddeker, IZB-Projektleiter beim Veranstalter Wolfsburg AG. „In unserer zunehmend digitalisierten Welt, in der Produkt und Produktion mehr und mehr miteinander zu kommunizieren beginnen, ist es wichtiger denn je, dass alle Partner miteinander sprechen“.


Partnerregion ASEAN

Dabei waren die Chancen und Herausforderungen der sich dynamisch entwickelnden Märkte Südostasiens ein viel diskutiertes Thema auf der Messe. Denn mit zunehmendem Wertschöpfungsanteil in der Automobilproduktion steigt für die Zulieferunternehmen die Notwendigkeit gemeinsam mit den Herstellern auf den neuen Wachstumsmärkten aktiv zu werden. Insbesondere die ASEAN-Staaten, die in der Vergangenheit anders als China und Indien wenig Beachtung gefunden hatten, machen seit Jahren mit steigender Kaufkraft und soliden Wachstumsraten auf sich aufmerksam. Daher ist der Staatenbund mit seinen mehr als 620 Millionen Einwohnern ein höchst interessanter Zukunftsmarkt für die internationale Automobilindustrie.

Die ASEAN-Staatengruppe stand als Partnerregion der IZB 2014 in besonderer Weise im Fokus der Messe sowie der sie begleitenden hochrangig besetzten Kongresse und Fachveranstaltungen. Der lange im Vorfeld ausgebuchte Internationale Automobil Kongress | ASEAN hatte bereits am Montag über die politische, soziale und ökonomische Heterogenität der Region und den daraus resultierenden besonderen Marktanforderungen informiert und so den Boden für weiterführende Gespräche geebnet. Dazu boten über 50 Unternehmen aus dem ASEAN, von denen die meisten erstmalig auf der IZB ausstellten, ausreichend Gelegenheit.

Hamizan Osman, Head of Operations, Manufacturing & Engineering, Automotive Distribution & Manufacturing Division, DRB-HICOM: "Als erstes haben wir gegenüber der Volkswagen-Delegation unsere deutliche Bereitschaft signalisiert, auch langfristig als Geschäftspartner von Volkswagen zu agieren. Bereits seit 2011 produzieren wir für den Konzern in Malaysia die Modelle Polo, Passat und Jetta auf CKD-Basis. Wir haben uns als zweites Ziel gesetzt, auch unser Unternehmen für Teileproduktion vorzustellen, insbesondere in den Bereichen Plastik, Guß, Blechstanzen und Verchromen. Es gibt eine ganze Reihe von Komponenten, die wir in Malaysia produzieren können und wir haben darüber hinaus die Möglichkeit, unsere Produkte an Produktionsstätten von VW auf der ganzen Welt zu liefern. Somit nutzen wir die Messetage, um mit anderen Zulieferern in Kontakt zu treten."

Datuk Dr. Wan Mohamed W.E., Chairman/ CEO WSA Group: “ Es ist das erste Mal, dass wir an einer im europäischen Automarkt angesiedelten Messe teilnehmen, und wir haben einen sehr positiven Eindruck gewonnen. Wir sind hier an den Hauptsitz von Volkswagen gekommen, um unseren Kunden, also Volkswagen, besser kennenzulernen. Dies gilt insbesondere für die Verantwortlichen im Bereich Projekt- und Geschäftsentwicklung. Darüber hinaus sind wir mit der Absicht hierhergekommen, mit möglichst vielen Zulieferern in Kontakt zu treten und sie aus erster Hand über Malaysia und ASEAN zu informieren. Ich hoffe, unsere Messepräsenz und der Ideenaustausch sind ein wirksames Mittel, deutsche und europäische Autozulieferer von dem positiven Wachstumspotential und den Vorteilen zu überzeugen, die Investitionen in Malaysia und ASEAN mit sich bringen. Ich glaube, der VW Konzern trifft die richtige Entscheidung, indem er in Malaysia investiert und den ASEAN-Markt bedient.”


Ein Gewinn für kleine und große Unternehmen

Auch in diesem Jahr stellten acht der zehn umsatzstärksten Automobilzulieferer auf der IZB aus und unterstrichen damit die Bedeutung der Messe in der internationalen Fachwelt.

Die Robert Bosch GmbH beispielsweise produziert bereits in den ASEAN-Staaten. Norbert Brosi, BOSCH Automotive (Thailand) Co., Ltd., Executive Vice President, erläuterte: „Wir haben auf der IZB Produkte und Dienstleistungen von Bosch vorgestellt, die auf die lokalen Bedürfnisse der Märkte in Südostasien zugeschnitten sind. Schwerpunktmäßig sind dies Antriebs- und Sicherheitssysteme aus Thailand, Navigationssysteme aus Malaysia, Antriebssysteme aus Indonesien sowie unsere Services wie eCall von den Philippinen. In den ASEAN-Ländern fahren wir bislang noch eine klassische Sicherheitsstrategie. Car-to-car und Car-to-infrastructure sehen wir hier noch nicht so fortgeschritten wie in Europa. Mit unseren Standorten in ASEAN sind wir darauf vorbereitet, unsere internationalen Kunden so zu bedienen, wie es unseren weltweiten Standards entspricht. Wir hoffen, dass wir durch ein verstärktes Engagement unserer Hauptkunden in Südostasien unsere Geschäftsbeziehungen intensivieren.“

Neben den Marktführern sind es aber vor allem auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen der Branche, die gemäß dem Motto „Connecting Car Competence“ von der internationalen Orientierung der Messe und den Kontaktmöglichkeiten profitieren. Dazu zählte die rapid product manufacturing GmbH (rpm) aus Helmstedt, die mit ihrem Polyamid-Gießverfahren eine Weltneuheit vorstellte, die zukünftig teilautomatisierte Kleinserienproduktion zu Großserienpreisen ermöglicht. „Das Neue und das Besondere an unserer Produktionstechnologie ist, dass wir in Kleinserien neben Glasfasern auch Kohlefasern mit eingießen können, die dann natürlich Auswirkungen auf das Gewicht der einzelnen Bauteile und damit auf den Kraftstoffverbrauch und andere Faktoren haben. Unsere Materialentwicklung stößt hier auf eine gute Resonanz. Wir haben uns für die Nische Vor- und Kleinserien entschieden und beliefern nahezu alle europäischen Automobilhersteller im Bereich Funktionsprototypen und Kleinserien“, sagte Dirk Meyer, Vertrieb, rpm GmbH. Insgesamt waren aus der Gastgeberregion Braunschweig-Wolfsburg rund 40 Aussteller vor Ort.


Nachhaltigkeit und Sicherheit bleiben Mega-Trends

Die 8. Internationale Zuliefererbörse stand in diesem Jahr auch im Zeichen von Nachhaltigkeit und Sicherheit. Durch die Themenschwerpunkte Leichtbau, ressourceneffiziente Produktion und intelligente Vernetzung zeigte die Messe das nach wie vor große Innovationspotenzial der Branche. Bei der Fertigung von Karosserie- und Interieur-Bauteilen tragen zunehmend in Hybridbauweise gefertigte Leichtbaukomponenten mit immer größeren Anteilen an nachwachsenden Rohstoffen zur Reduktion von Fahrzeuggewicht und -verbrauch bei. Neben Leichtbaumaterialien aus glas- und kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen zeigte beispielsweise BASF eine Kühlerbeschichtung, die als Katalysator bodennahes Ozon in Sauerstoff umwandelt. Christian Zeintl, BASF Global Automotive Communications: „Unterm Strich sind wir sehr zufrieden mit dem Verlauf der Messe. Als eines der größten chemischen Unternehmen im Bereich der Automobilzuliefererindustrie setzt BASF auf nachhaltige Lösungen für die Mobilität der Zukunft. Chemie wird bei den Themen Leichtbau, Emissionsreduzierung, Elektromobilität und Design eine immer größere Rolle spielen. Neben unseren Volkswagen-Kontakten treffen wir hier viele Zulieferer und Kunden, mit denen wir in unserer täglichen Arbeit in engem Kontakt stehen.“

Das bestätigte auch Robert Suvak, Managing Director, Senior Vice President, DRÄXLMAIER Group, die IZB-Aussteller der ersten Stunde ist und auf der Messe als Weltneuheit eine Mittelkonsole zeigte, die um 30 Prozent leichter ist als herkömmliche Mittelkonsolen: „Wir hatten schon am zweiten Tag an die 30 Termine mit Einkäufern und Entwicklern von VW, Porsche, Audi und Daimler. Unsere Erwartungen wurden voll übertroffen. Die Firma DRÄXLMAIER steht für Nachhaltigkeit, das heißt: Wir wollen CO2-Werte senken und leichtere Produkte effizienter produzieren. Das können wir mit unserer Konsole darstellen. Wir verwenden bei der Produktion in Integralbauweise weniger Kunststoff und mehr Naturfasen. Außerdem fällt durch einfaches Einklipsen des Bauteils das Verschrauben weg, das bedeutet für den Kunden Zeit und Material-Ersparnis.“

Parallel zur IZB informierte am zweiten Messetag die Fachtagung „Ressourceneffiziente Automobilproduktion“ auf Einladung der Wolfsburg AG und des Fraunhofer Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, über Möglichkeiten und Ansätze einer energie- und materialeffizienter Produktion. Tags darauf stellte das Leichtbau Forum neue Fertigungstechnologien für den hybriden Leichtbau sowie weitere Innovationen zur Reduzierung des Fahrzeuggewichts vor. Denn das Automobil der Zukunft wird leichter und sicherer sein. Auch wenn der Autopilot noch Zukunftsmusik ist, die Car-to-Car und Car-to-Infrastructure-Kommunikation wird in absehbarer Zeit den Verkehrsfluss verbessern und Unfälle vermeiden helfen. So präsentierte Continental einen Abgasturbolader in einer Aluminium-Variante, dessen geringes Gewicht sich effizienzsteigernd auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt, sowie mit der Docking Station AutoLinQ Mobile eine Lösung, das Smartphone leicht und sicher im Fahrzeug zu integrieren. „Wie immer ist Wolfsburg eine Reise wert. Hauptsächlich sind wir auf der IZB, um unsere Kontakte zu intensivieren. Die Messe ist eine tolle Plattform und ASEAN ein ganz wichtiger Wachstumsmarkt für uns. Wir sind schon seit vielen Jahren dort vor Ort und sehen den großen Bedarf an individueller Mobilität“, sagte Enno Pigge, External Communication, Continental AG.

Einen Überblick über aktuelle Themen und Trends für die aktive und passive Sicherheit in Fahrzeugen gab die 30. VDI/VW-Gemeinschaftstagung „Fahrassistenzsysteme und integrierte Sicherheit“, die während der Messe in Wolfsburg stattfand. Neben der Verkehrssicherheit diskutierten die Teilnehmer hier auch intensiv das Thema Daten-Sicherheit.

Insgesamt umfasste das Veranstaltungsprogramm der IZB 2014, das beim Fachpublikum auf hohes Interesse stieß, mehr als ein Dutzend Kongresse, Tagungen und Foren.


Praktikanten von heute sind Experten von morgen

Unter dem Motto „Kompetente Unternehmen suchen Nachwuchs“ stieß die IZB Jobbörse am letzten Messetag auch in diesem Jahr wieder auf große Resonanz. Mehr als 2.500 Schüler, Studenten, Hochschulabsolventen und Arbeitsuchende nutzten bei freiem Eintritt die besondere Gelegenheit, am Donnerstag mit Personalverantwortlichen der ausstellenden nationalen und internationalen Unternehmen über Einstiegs- und Karrierechancen zu sprechen.